Stones für UmmeUi. Von mir werdet Ihr keine bissigen Bemerkungen über die Stones hören. Ich bin ja quasi mit einer erhobenen Augenbraue ins Station gegangen, mit der festen Absicht, mich über das Publikum (in meiner Welt ein rührseliger Haufen etablierter Exrebellen) und über die Band der Untoten lustig zu machen.

Und die ersten zwanzig Minuten des Konzertes hat das auch beinahe funktioniert. Der Sound war absolut fies, im Eintracht-Block, wo ich stand (ja, es gab dann doch auch Stehplätze), hörte man eigentlich nur Höhen. Und das ziemlich laut. Es war noch hell im Stadion, und auf der riesengroßen Bühne wirkten die paar Musiker ziemlich verloren. Schaute man auf das ebenfalls riesige Display über der Bühne, sah das ganze schon etwas anders aus; die anwesenden Kameraleute und die Band arbeiteten ziemlich gut zusammen, ständig positionierten sie sich so, dass (auf dem Display) stets ein "Die Stones, genau", Bild dabei herauskam.

Keef sieht mittlerweile fast aus wie Walther Matthau. Mick zuckt und rennt und singt und tanzt komisch, und dass in einer Tour den gesamten Gig über.
Ron ist eine coole Sau.

Die ganze Band ist eine Maschine, natürlich bedienen sie ihr ganz eigenes Klischee und natürlich ist alles, was da auf der Bühne passiert vorhersehbar. Und genau das wollen die Leute ja auch von ihnen.

Rolling Stones at WorkDie Stimmung im Stadion stieg stetig (wie auch die Temperatur im Block, hrhm), und so ca. nach einer Stunde kamen die Klassiker ran, passend zur eingebrochenen Dunkelheit und der damit verbundenen Bühnenillumination.

Und spätestens ab da hatten sie mich - vor den alten Säcken da oben auf der Bühne kann ich nur meinen Hut ziehen. Die machen länger Musik, als ich auf der Welt bin, und wenn *ich* zwei Stunden lang die Stadionlänge hin- und her wetzen würde, dabei auch noch singen sollte, dann könntet ihr mich vom Boden abschaben.