Also ich bin ja schon so manchmal verwundert darüber, wie sich meine Nachbarschaft geriert. Aktuell zum Beispiel, dass man vor der eigenen Tür im Treppenhaus weisse Wandfarbe verkleckert, es aber nicht schafft, den ca. 30cm grossen weissen Klecks wegzuwischen und ihn lieber festtrocken lässt. Tagelang. Vielleicht in der Hoffnung, dass er sich dann besser vom Steinboden löst, wer weiss das schon. Oder vielleicht auf die Farbbeseitigungsheinzelmännchen hofft, die verhungern würden, hätten sie keine frische weisse Wandfarbe auf dem Treppenhausboden zu essen.

Oder die unbekannten Kollegen, die mit schlafwandlerischer Sicherheit Plastikmüll in der Papiertonne verstauen, Papiermüll in der Restmülltonne und den Restmüll in der gelben Tonne. Die haben bestimmt gute Gründe dafür, aber den Zugang dazu habe ich noch nicht gefunden.

Die Auszeichnung "Nachbar des Monats" hat sich aber dieser hier verdient, über den ich gerade in einer Pressemeldung der Frankfurter Polizei gestolpert bin:

(...)Als [der Wohnungsinhaber] weit nach Mitternacht nach Hause kam, fand er seinen Nachbarn (...) in seiner Wohnung an seinem Schreibtisch vor dem PC sitzend vor. Dieser Umstand für sich war (...) schon erschreckend genug. Gleichwohl kam es noch schlimmer. (...) Der liebe Nachbar hatte nämlich mit schwerem Gerät (Bohrhammer etc.) ein Loch in die Trennwand zwischen seiner und der Nachbarwohnung gestemmt und war durchgeklettert.
Der alarmierten Streife des 5. Reviers erklärte [er], dass er seit geraumer Zeit Stimmen aus dem "Off" höre, die ihm gewisse Aufträge erteilen. Unter anderem erhielt er kürzlich von der Stimme den Befehl, in die nachbarliche Wohnung einzudringen um dem PC des Wohnungsinhabers nahe zu sein. Diesen Befehl habe er - wie man unschwer erkennen konnte - auch ausgeführt (...)

Pressemeldung der Polizei Frankfurt

Ok, Farbe im Treppenhaus ist doch garnicht so übel. Eigentlich sogar recht hübsch. :-)