Drüben im Adeventskalender der Webkrauts hat gestern und heute Nils Pooker (@pookerman) einen interessanten Artikel zur Lage des "Webdesigns" veröffentlicht.

[…] Freelancern, GbRs und Einzelkämpfern werden auf Dauer nur die Aufträge von kleinen Agenturen bleiben, Kunden reduzieren sich maximal auf den KMU-Bereich, vor allem aber auf Einzelunternehmer und kleine Institutionen oder Vereine. Selbst der KMU-Bereich setzt zunehmend auf umfassende Agenturleistungen, auch hier erfordern Wettbewerb und Marktkonzentration innerhalb der Branchen die Notwendigkeit einer professionellen Positionierung in Marketing und Werbung. In einer Übergangsphase werden sicherlich Netzwerke spezialisierter Webworker existieren, auf Grund der Interessenkonflikte bezüglich der individuellen Kundenstrukturen werden sie den Agenturtrend aber nicht stoppen. Eine Ausnahme werden wohl noch länger die von Unternehmen und Agenturen buchbaren Spezialisten aus verschiedenen Sparten des Webdesigns bleiben, zeitlich und räumlich flexible und dafür angemessen bezahlte Tagelöhner sozusagen, die ihre langjährigen Erfahrungen und ihr Know-how in den Bereichen Frontend, Design, SEO oder UX auf dem freien Markt anbieten. […]

In Teilen stimmt das mit meinen Überlegungen über die Zukunftsfähigkeit von kleinen Agenturen oder Freelancer-Verbünden überein. Aus der eigenen Erfahrung der letzten drei Jahre seit meinem Blogpost dazu kann ich sagen, dass sich die Befürchtungen bewahrheitet haben, auch wenn es sich momentan noch ganz gut als kleine Webschmiede auskommen lässt.

Die Zeichen, die Nils ausdeutet, sind aber gut zu beobachten, und insbesondere geht die Schere zwischen den Budgets, die für "Webseiten" erzielt werden können, und dem, was an Aufwand für Strategie, Beratung, Konzept, Design und Umsetzung einer mehrgerätefähigen responsiven Webpräsenz mit modularem Design und CMS-Anbindung benötigt wird, immer weiter auseinander - mit der Folge, dass sich im Markt der "kleinen" Webseiten zunehmend Baukastenlösungen und Einheitslook durchsetzt, oder idealistische Webworker zu Gunsten des eigenen Qualitätsanspruchs an der Selbstausbeutung schnuppern - und dann doch am Ende keine Wertschätzung erfahren, weil es an der Oberfläche vielleicht nicht so opulent aussieht, wie bei nebenan in der Themehölle mit 8MB großen Startseiten mit 120 und mehr Requests.