Beim indergegendrumshoppen nach kleinen Geschenken, die die Freundschaft erhalten (ok, also Last-Minute-Präsente, weil Weihnachten mal wieder plötzlich und unerwartet vor der Tür stand), bin ich beim Nerdhändler auf kleine StarWars-Metallbausätze gestossen. Und weil ich meistens Dinge verschenke, über die ich mich selbst freue(n würde), habe ich mir kurzerhand selbst einen gegönnt.

Gestern dachte ich mir, och, draussen regnet's, die Waschmaschine macht die Arbeit, die ich früher am Fluss erledigte, haste 'n bisschen Zeit, kannste ja mal schnell das Ding zusammenstecken.

Verpackung des StarWars X-Wing Starfighter Bausatzes

Harmlos aussehender Metallbausatz im handlichen Format

Irgendwie ging ich davon aus, dass das Ding, weil ja recht klein, aus ein paar Teilen zusammengesetzt würde, und da ja auf der Verpackung stand, dass man keinen Kleber o.ä. braucht, dachte ich, das Ganz sei recht unkompliziert. Kleiner Ausflug in die Vergangenheit: Als angehender Teenager habe ich eine Zeit lang Flugzeugmodelle aus Plastik im Maßstab 1:72 gebaut. Mit verkleben, spachteln, schleifen, Bemalung und allem Pipapo, aber ich hatte nie die Geduld (oder Leidensfähigkeit), um da wirklich gut drin zu sein. Deshalb fand ich das vermeindliche 'steckste einfach zusammen' sehr attraktiv, andernfalls wäre ich nie auf die Idee gekommen, mir mal wieder einen Modellbausatz zuzulegen.

Naja, ich sag mal so… ich glaube abgesehen von irgendwelchen komischen TYPO3 Typoscript Codebasteleien habe ich schon sehr sehr lange nichts mehr soooo fuddeliges in den Fingern gehabt, wie diesen Metallbausatz. Relativ schnell war klar, dass ich nur mit den Fingern da nicht weiterkomme - viele der Bauteile sind nur wenige Milimeter groß und müssen gefaltet werden. Der Feinmotorikprüfstein war der kleine Droid, der hinter dem Piloten sitzt -- das Ding zu biegen, falten und einzusetzen war eine arge Prüfung in Sachen Gelassenheit, die ich auch fast nicht bestanden hätte. Die Ruhe bewahren Du musst. Mit Hilfe von winzigen Zangen, Pinzetten, einer Lupe, die eigentlich für Lötarbeiten gedacht ist, und mehreren Stiften, Nägeln sowie anderen zylindrischen Dingern, um die man die Bleche wickeln kann, um die Röhrenformen zu bekommen, machte ich langsam Fortschritte.

Je mehr das Ding Form annahm, um so faszinierter war ich, denn die gravierten Details in den winzigen Blechen, die man mit bloßem Auge kaum sieht, sehen richtig gut aus, sobald aus den flachen Teilen ein räumlicher Körper wird.

Als ich nach nur drei Stunden das erste Mal die Grundform des X-Wing (tatsächlich samt Cockpit und Pilot drin!) in den Händen hielt, beschloss ich, den Fortgang mit Fotos festzuhalten.

Nach insgesamt neun Stunden war dann das knapp zehn Zentimeter kleine Modell fertig und der Tag komischerweise schon rum.

Fertig zusammengebautes X-Wing Starfighter Modell

Der Mühe Lohn.

Oh, die Wäsche.