Zum Inhalt springen

Archiv für "Philosophie"

Richard David Precht in der Neuen Zürcher Zeitung

(…) das grösste Problem besteht darin, dass das, was wir «Realpolitik» nennen und was nahezu alle Politiker betreiben, dass das in Wahrheit keine Realpolitik ist. Realpolitik bedeutet heute, das zu machen, was gerade opportun ist – ohne strategisches Verständnis dafür, was das mittel- oder langfristig bedeutet. Das kann sehr gut dazu führen, dass wir in eine völlig falsche Richtung laufen. Nehmen Sie den Hyperkonsum als Beispiel: Man betreibt die totale Ausplünderung sämtlicher Ressourcen der Welt, damit wir unsere Wohnzimmer mit Dingen vollstellen können, von denen wir nicht einen Fünftel brauchen. Daran festzuhalten, ist keine Realpolitik; real wäre die

...

Mike Monteiro - How Designers Destroyed the World

Diesen Vortrag von Mike Monteiro auf der diesjährigen Webstock Konferenz in Neu Seeland sollte sich jeder anschauen.

Webstock '13: Mike Monteiro - How Designers Destroyed the World from Webstock on Vimeo.

Das Open Device Lab Frankfurt

Ziemlich genau vor einem Jahr habe ich zusammen mit Oliver Beckenhaub und der Unterstützung meiner Firma das Open Device Lab Frankfurt ins Leben gerufen.

Dem voraus gegangen war die Teilnahme an mehreren (Web)Design Konferenzen mit internationalen Referenten, sowie meine eigene Beobachtung, dass sich die Benutzung des Webs seit zwei, drei Jahren unaufhaltsam weg bewegt von der bis dahin dominierenden Kombination "Mensch sitzt vor Rechner und kuckt auf einen Bildschirm, hin zu "Mensch hat internetfähiges Gerät unbekannter Größe und Kapazität und benutzt es, wo es ihm (oder ihr) gerade am besten passt".

Das klingt jetzt etwas flapsig, aber die Konsequenzen ...

And then my friend, you die

Als ich gestern abend nach Hause kam, stand vor dem Haus wieder einmal eine komplette Wohnungseinrichtung auf der Straße. Achtlos in den Regen gestellt, abholbereit für den Sperrmüll. Teppiche, Möbel, Vorhänge, Geschirr - einfach alles, was sich so in einer Wohnung befindet. Darunter auch einige persönliche Papiere wie Notizen und Briefumschläge.

Das ist die Wohnungseinrichtung von Frau K.

Frau K. wohnte im Erdgeschoss dieses Hauses, als ich vor 12 Jahren (fuck ist das wirklich schon so lange her?) hier einzog. Sie war eine auf den ersten Blick harte, mürrische alte Frau, von großer Statur und stets auf die korrekte Einhaltung der Hausordnung bedacht. Ich wohnte noch keine drei Wochen im Haus, als ich schon die erste handgeschriebene Beschwerde im Briefkasten hatte, dass sich meine "abendlichen Besucher" doch bitte ordentlich im Treppenhaus zu verhalten hätten, und ausserdem hätten sie sich ihr gegenüber ungebührlich und frech verhalten. Anscheinend war H. mit ihr um kurz nach sieben aneinandergeraten, weil er an der abgeschlossenen Haustür von aussen rüttelte, was direkt Frau K. auf den Plan, bzw. in diesem Fall ans Fenster, rief, die von ihm erstmal Informationen einforderte, wer er denn sei und was er denn wolle. H. hatte ihr wohl daraufhin zu verstehen gegeben, dass sie sich mal um ihren eigenen Kram kümmern möchte, und einen Tag später hatte ich ihren Beschwerdebrief. Wenigstens hatte sie Eier - mit ihrem eigenen Namen unterschrieben und an mich direkt gerichtet, und nicht über die Wohnungsbaugesellschaft (da habe ich mittlerweile auch anderes erlebt).

Da wo man singt...

... da lass' Dich nieder, denn böse Menschen haben kein Lieder.

So oder so ähnlich geht ein Spruch, der meistens, geschrieben in schwungvoller Schreibschrift auf irgendwelchen niedlich verzierten Holzbrettchen, in Dielen rumhängt.

In meiner virtuellen Stammkneipe, dem Aussensaiter Forum, hat gestern ein Teilnehmer mit dem Nick "Karl" eine Frage aufgeworfen, über die ich seither nachdenke, ohne für mich eine Antwort zu finden: Erlaubt ist, was gefällt? - Kann man die Musik eines verurteilten Mörders und bekennenden Nazis gut finden?

Dabei geht es nicht um Charles Manson, sondern um den weniger bekannten, dafür in Todesmetalkreisen zur Berühmtheit gewordenen, Kristian Vikernes, ...

Passt heute irgendwie.

(...) I have learned to strive for perfection but settle for something complete, and sometimes less. It's a strategy of survival, and without it the wave you are surfing will swallow you.

- Kasper Skårhøj, TYPO3 creator