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Liebe Kreativbranche, wir sollten reden.

Heute früh ist mir via “Design Made In Germany” dieses Fundstück in meine Timeline gespült worden:

responsivetool

Wieviel Millimeter sind ein Pixel?
(…) Mit dem Responsive Tool können komplexe Webseiten analog besprochen werden und dem Kunden auf eine neue professionelle Art präsentiert werden. Analog.

Leute, da läuft so viel auf so vielen Ebenen schief, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll.

Vielleicht beim Marketing-Buzzword-konformen, aber total an der Sache vorbei gehenden Namen “Responsive Tool“? Oder eher damit, dass 5 Schablonen in “gängigen Größen” (iPhone 5, iPhone 6, iPhone 6+, iPad mini, iPad) auch nicht einmal im Ansatz die Realität der Vielfalt an physikalischen Größen und Auflösungen der Screens der marktüblichen Geräte abbildet, oder damit, dass die Vorstellung einer definierten “Größe” exakt die Wurzel des Problems in der Sichtweise auf “Webdesign” darstellt, die so viel eigentlich unnötigen Nerv, Aufwand und letztlich auch Budget verschlingt?

Die Aussage

(…) Dank dem Interesse von zahlreichen Design- und Marketing-Agenturen aus ganz Deutschland wurde das Produkt jetzt marktgerecht gefertigt. (…)

macht mich betroffen, bestätigt aber, was ich seit Jahren in Projekten mit Euch, liebe Agenturen der Kreativbranche, erlebe:

Ihr habt “das Web” nicht verstanden.
Eure Kunden haben “das Web” nicht verstanden.
Eure Marketingexperten haben “das Web” nicht verstanden.
Aber alle sind sich aber darüber einig, dass man das Web verstanden hat und man versucht, mit althergebrachtem Wissen und Methoden die bequeme und über lange Jahre eingespielte Kreationsmaschinerie am Laufen zu halten, übersieht dabei aber komplett, dass Webdesign eben keine Fortsetzung von Printdesign mit anderen Mitteln ist.

Natürlich gelten auch und gerade für “das Web” die gleichen grundsätzlichen Regeln für Kommunikation und gute Gestaltung – Typografie, Farbtheorie, Komposition und dergleichen – aber Webseiten vor allem und zuerst nur anhand der visuellen Aspekte zu betrachten und zu verkaufen, ist zu kurz gesprungen. Verfügbarkeit, Verbindungsgeschwindigkeit, Bedienkonzept, Nutzerkontext, Zugänglichkeit – das sind mindestens genauso wichtige Faktoren, die auf das letztliche Produkt “Webseite” Einfluss nehmen, vielleicht einige sogar wichtiger als die (visuelle) Ästhetik – denn wenn die Resourcen der Webseite (noch) nicht geladen sind, wartet kein User, der ein bestimmtes Ziel auf der Webseite erreichen will, darauf, dass erstmal die “schöne” Optik geladen ist, bis er die Seite endlich versteht und bedienen kann – der ist dann schon weg.

Bitte bitte bitte — bevor Ihr ernsthaft darüber nachdenkt, ein analoges Tool zum Verkauf von “Responsive Webdesign” zu verwenden, lasst Euch lieber von jemanden, der seit Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts Webseiten zum Leben erweckt, beraten. Ich kenne da einige. Einen davon sogar ziemlich gut. Fragt einfach. Oder geht in einem Open Device Lab in Eurer Nähe vorbei, nehmt am besten den Kunden mit und verschafft Euch doch bitte endlich mal einen Eindruck davon, wofür Ihr da eigentlich “designt”. Seid Ihr in Frankfurt? — Kommt in unser ODL, ich spendiere auch einen Kaffee.

Dass so ein “Tool” überhaupt das Licht der Welt erblickt, ist doch ein Zeichen von Hilflosigkeit. Hilflosigkeit, die absolut in Ordnung geht – wir haben alle das Potential, das im “Web” steckt, noch nicht verstanden und wir alle versuchen, mit unseren beschränkten Möglichkeiten das Beste rauszuholen. Und wir alle hängen hinterher, weil sich dieses verdammte Medium so unfassbar schnell weiterentwickelt. Aber es gibt einige, die investieren seit Jahren, seit Jahrzehnten, Zeit, Energie, Neugier, tausende Stunden unbezahlter Recherche- und Experimentierarbeit, um in diesem unglaublich schnellebigen und wandelbaren Medium, seinen technischen und kulturellen Konsequenzen und den daraus resultierenden Möglichkeiten, am Ball zu bleiben – nutzt doch einfach diese Resource und setzt Euch schon während der Ideenentwicklung mit solchen Designern zusammen, statt den einfach erscheinenden Weg zu wählen und erstmal Dekoration zu produzieren und diese zu verkaufen, nur weil man das halt immer schon so gemacht hat und es erstmal den Kundenerwartungen entspricht. Ihr seid doch sonst auch immer die ersten, die sich gegen den Easy Way Out stellen, die Kreativen, die Andersdenker, die Innovationstreiber.

Wäre das möglich?

Und sorry liebe Schmackes & Jontef, das geht überhaupt nicht gegen Euch oder Euer Produkt (was ich im Übrigen sehr stylish und somit zielgruppen-affin gelungen finde), sondern darum, welches eigentliche Problem im Prozess des “Webdesigns” immer noch nicht gelöst ist:

Danke. Das musste mal raus.

Bildquelle: Schmackes & Jontef Shop

Nachtrag (18.1.15)

Natürlich sind analoge Tools im Ideen/Planungs/Kreationsprozess für Web sinnvoll. Gerade wenn es um schnelle Iteration und ‘billige’ (im Sinne von: tut nicht weh, wenn es verworfen wird) Skizzen, Outlines und Wireframes geht, ist Stift und Zettel fast immer die bessere Wahl gegenüber sich direkt an den Rechner zu setzen. Aber ein Bilderrahmentool in 5 Größen für “Responsive” Design Präsentation und Verkauf halte ich für ungeeignet, weil es doch eben wieder nur Bilder von Webseiten und somit nur einen der vielen wichtigen Aspekte von Webseiten als Entscheidungsgrundlage für Kunden liefert.


Endlich: ownCloud / truecrypt container Synchronisationsprobleme unter Mac OS X gelöst

Ein Update zu meinem Eintrag “Meine kleine Datenwolke” vom letzten April.

Durch ein Update des OwnCloud-Clients wurde die Fehlermeldung, warum er die Synchronisation mit dem Server verweigert, vor einiger Zeit etwas deutlicher:

“14:52 :: cloud/container.tcr :: ownCloud :: Harte Verknüpfungen werden bei der Synchronisation nicht unterstützt.”

Immerhin scheint es also durchaus einen Grund zu geben, warum der Rechner zu Hause problemlos synct, der Rechner im Büro aber nicht. Obwohl die Datei die gleiche ist, das Betriebssystem das gleiche und sogar die …


Warrior not worrier

pen holder

I’d so like to have this as a stand for my Wacom Intuos pen, even better if the toy soldier figure was actually a civilian, nerd-type run-of-the-mill illustrator-kind-of-person.
Hey 3D printers of the world, can we make that happen?

Title inspired by a James Victore sticker; image/montage


je suis Charlie

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Foto: T. Arnold, 2014


Die Geschichte des Batschkapp-Hauses

Der Laden, der mich musikgeschmackstechnisch so sehr geprägt hat, wie kein anderer, und der über Jahre so etwas wie das zweite (in WG-Zeiten sogar das einzige) Wohnzimmer war, wird in Kürze dem Erdboden gleich gemacht. In der Frankfurter Rundschau gibt es einen Artikel dazu, was denn wohl vor 1976 an der Ecke in Eschersheim so los war:

(…) In Gesprächen mit Stadtteilhistorikern und beim Stöbern in alten Aufzeichnungen zeigt sich: Gefeiert wurde zwischen Maybachstraße und Bahntrasse in Eschersheim


2015, Lichtjahr

Sachen gibts… 2015 ist also das ‘International Year of Light’, so haben das die Vereinten Nationen 2013 beschlossen und ein schönes Logo hat das Jahr auch schon.

The International Year of Light and Light-Based Technologies (IYL 2015) is a global initiative adopted by the United Nations to raise awareness of how optical technologies promote sustainable development and provide solutions to worldwide challenges in energy, education, agriculture, communications and health. light2015.org


Happy New Year

bntsilvester2014

… and a wonderful 11111011111


Oxfam Study – Working for the few

Die Zahlen in dieser Studie von Oxfam, die Anfang des Jahres veröffentlicht wurde, sind bizarr. Aber irgendwie interessiert das niemanden, scheint’s. Die 85 reichsten Personen verfügen über das gleiche Vermögen, wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. 85 : 3.600.000.000!

Almost half of the world’s wealth is now owned by just one percent of the population.The wealth of the one percent richest people in the world amounts to $110 trillion. That’s 65 times the total wealth of the


Mean lean Blogmachine

Aufmerksamen Besuchern meiner kleinen Bloghütte ist vielleicht aufgefallen, dass sich die Beitragsfrequenz in den letzten Wochen und Tagen erfreulicherweise wieder erhöht. Das ist vor allem zwei Veränderungen im Blog geschuldet sowie einer generellen Rückbesinnung darauf, dass hier *meine* Netzheimat ist.

Ich habe in den letzten Jahren immens viel Output auf Twitter hinterlassen, weil es a) so einfach ist und b) dort eine unmittelbare Reaktion in Form von Antworten, Favs und/oder Re-Tweets erfolgt – aber vor allem, weil es so verdammt …




Das Design, der Code, 1526 Texte, die Illustrationen und ein paar Fotos sind von mir.

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