Um für ihr neues Oben-Ohne Modell zu werben, hat der Autohersteller mit dem Blau-Weissen Wappen in deutschen Städten Strassenschilder überkleben lassen. Super, voll Guerilla-Marketing. Was in der neuen Horizont umgehend als “TOP DER WOCHE” gefeiert wird:

(…) damit haben es der Automobilbauer und seine Agentur (…) auf ungewöhnliche Weise geschafft, die Öffentlichkeit auf das neue (…) Cabrio aufmerksam zu machen und den ein oder anderen auf eine Traumreise in den Süden zu entführen. Dafür nimmt man ein Bußgeld doch gerne in Kauf.

(Horizont 13/2008, S. 12)

kommt bei den Ordnungsbehörden von Berlin, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, Leipzig und München nicht so gut an.

Mit seinen Straßenschildern versteht Berlin keinen Spaß – schon gar nicht, wenn sie in die Irre führen. Oder nach Los Angeles, Kalifornien: „Sunset Boulevard“ stand auf den knapp 1000 Plakaten, die vor kurzem noch auf zahlreichen Straßenschildern im gesamten Stadtgebiet klebten. Die Polizei wusste zunächst auch nicht, wem sie die Aktion zu verdanken hatte, und montierte die Schilder fleißig wieder ab. Als der Schuldige ermittelt war, hagelte es Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen gegen die Plakatierer und deren Auftraggeber, denn „Straßenschilder dienen der Orientierung. Für das Zukleben kann das Ordnungsamt ein Bußgeld verlangen“, hieß es bei der Polizei. (…)

(tagesspiegel.de)

Die ständig zunehmende Vereinnahmung von öffentlichem Raum als Dauerwerbe- und Absatzförderveranstaltung geht mir echt auf den Sack.

Aber ich bin ja in erster Linie auch Zielgruppe und Konsument und nicht Mensch und Bürger, nicht wahr.